Von der Idee zum Bürgerzentrum

Rede von Klaus Gottermeier bei der Schlüssel-Übergabe an den Chapel Raum für Stadtkultur

Heute ist ein großer Tag für den CHAPEL Raum für Stadtkultur e.V. Nach vielen Diskussionen, Planungen und Umbau ist sie nun fertig: die CHAPEL Jetzt freuen wir uns riesig, dass wir heute die Schlüssel bekommen werden und dann unserem Vereinszweck gerecht werden können, nämlich die CHAPEL zu betreiben.

Ein gemeinsamer Weg – man könnte sagen von der Idee zum Bürgerzentrum – geht nun zu Ende. Meine ersten Anknüpfungspunkte hatte ich schon im Herbst 2012 bei einem der ersten Bürgerforen, als der Moderator fragte „Was wünschen Sie sich für die Südstadt?“ Meine Antwort war, „Ich wünsche mir öffentliche Räume für den Stadtteil.“ Das war dann auch in der Folge meine Motivation, mich bei der Gründung des Stadteilvereins Heidelberg-Südstadt zu beteiligen.

Einen wichtigen Impuls haben die KollegInnen und Kollegen von formAD eingebracht, als sie vorschlugen, „Lasst uns doch nicht abwarten, bis die CHAPEL umgebaut ist, das dauert viel zu lange. Lasst sie uns so nutzen, wie sie jetzt ist. Dann können wir herausfinden, was in der CHAPEL alles möglich ist.

Gesagt – Getan – ab 2015 gab es in der CHAPEL Stadtgespräche, Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Ausstellungen, Stadtteilfrühstücke. Das alles ohne Heizung, ohne Toiletten, ohne fließendes Wasser.

Neben diesem Aneignungsprozess gab es auch einen formalen Prozess. Im Februar 2014 wurde der Masterplan für die Südstadt vorgestellt, in dem der CHAPEL eine sozio-kulturelle Nutzung zugeschrieben wurde. Ein wichtiger Meilenstein war die AG Stadtteilmitte Südstadt, die zwischen Dezember 2014 und März 2015 tagte. Hier gab es erste Interessensbekundungen von verschiedenen Akteuren.

Ich erinnere mich an den Juni 2015, als wir als Vorstand des Stadtteilvereins beim OB eingeladen waren und wo er mit seiner lockeren Art den Satz fallen ließ: „Die CHAPEL, die haben wir jetzt mal für Euch reserviert.“ Ich habe das als einen enormen Vertrauensbeweis wahrgenommen.

Zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2016 gab es dann drei Workshops zur Erarbeitung eines Nutzungs- und Betreiberkonzepts für die CHAPEL. Ergebnis dieser Workshops war, dass vier Vereine in einem Commitment-Papier ihre Bereitschaft erklärt haben, künftig die CHAPEL gemeinsam betreiben zu wollen. Neben dem Stadtteilverein Heidelberg-Südstadt waren das der Caritasverband Heidelberg, der effate Eine-Welt-Kreis und formAD.

Am 21. Juli 2016 hat dann der Gemeinderat beschlossen, die CHAPEL als Bürgerzentrum zu nutzen und dafür das Gebäude entsprechend zu ertüchtigen.

Am 27. September 2016 wurde der CHAPEL Raum für Stadtkultur gegründet.

Im Herbst 2017 begannen die Umbauarbeiten für die CHAPEL und nun ist sie endlich fertig.

Ich möchte als Fazit zwei Punkte nennen:

Die Entscheidung, mit vier Vereinen eine Betreibergemeinschaft zu installieren, war richtig. Der Stadtteilverein, als geborener Betreiber eines Bürgerzentrums bekommt drei kompetente Partner zur Seite. So hat jetzt schon der Caritasverband Heidelberg mit Mitteln der Fernsehlotterie das Südstadtbüro eröffnet. Ebenso konnten Mittel eingeworben werden, mit denen der sog. Info-Point eingerichtet werden konnte.

Der effata Eine-Welt-Kreis sorgte aus Mitteln der Stiftung für Engagement und Ehrenamt für eine digitale Grundausstattung für die CHAPEL.

Und schließlich hat sich formAD zum Ziel gesetzt, den Cube zu finanzieren, der ein zentrales Gestaltungselement dieses Saals sein wird.

Die vier Vereine bringen unterschiedliche Qualitäten ein: bürgerschaftlich – der Stadtteilverein, fair effata, kreativ formAD und sozial der Caritasverband.

Das ist eine gute Voraussetzung um den Anspruch, den wir mit unserem Logo zum Ausdruck bringen wollen, gerecht zu werden. Das Logo symolisiert einen Perspektivenwechsel, also die Fähigkeit verschiedene Standpunkte aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten. Das ermöglicht Vielfalt und Offenheit. Ich glaube, in unserer Zeit braucht es genau diese Möglichkeit zum demokratischen Diskurs.

Zweitens – wir haben nicht alles bekommen, was wir uns gewünscht haben. Nicht alles ist so geworden, wie wir uns das gedacht hatten. Aber was haben wir für ein geiles Bürgerzentrum bekommen. Hier ist ein Ort entstanden, der Raum für Stadtkultur ermöglicht. Ich bin guter Dinge, dass wir diesen Raum füllen können.

Schließlich möchte ich unseren Dank aussprechen.

An die Stadt Heidelberg, Baubürgermeister Jürgen Odszuck, danke, dass Sie die CHAPEL realisiert haben.

An den Gemeinderat, der das Projekt mit großem Wohlwollen begleitet hat und die dafür notwendeigen Entscheidungen getroffen hat.

Einen Dank möchte ich aber auch an die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Heidelberg richten, die nicht nur ihren Job gemacht haben, sondern mit viel Herzblut dabei waren. Ich möchte an Herrn Hahn erinnern, der mittlerweile verstorben ist, der das Projekt CHAPEL mit großer Leidenschaft in die Spur gesetzt hat.

Stellvertretend möchte ich Herrn Hoffmann, Herrn Keller und Herrn Krämer hervorheben, die uns auf diesem Weg begleitet haben.